Sie bücken sich nach der Wasserkiste, und plötzlich geht nichts mehr. Oder Sie wachen morgens auf, und der untere Rücken fühlt sich an wie einbetoniert. Akute Rückenschmerzen machen Angst, weil sie so heftig sein können. In den allermeisten Fällen steckt aber nichts Gefährliches dahinter.
Was hinter dem Schmerz steckt
Bei den allermeisten Menschen mit Rückenschmerzen, Schätzungen liegen bei 85 bis 90 Prozent, findet sich keine eindeutige Ursache wie ein Bandscheibenvorfall oder ein Bruch. Fachleute sprechen dann von nicht-spezifischen Rückenschmerzen. Das klingt unbefriedigend, ist aber eine beruhigende Diagnose. Es heißt nämlich: Die Strukturen sind intakt, der Rücken ist gereizt, nicht kaputt.
Die meisten Beschwerden bessern sich innerhalb weniger Wochen deutlich, oft schon nach einigen Tagen.
Bettruhe ist der falsche Weg
Der Reflex ist verständlich: Wenn es wehtut, legt man sich hin. Leitlinien raten seit Jahren davon ab. Wer liegen bleibt, wird steifer, verliert Kraft und hat im Schnitt länger Beschwerden. Besser ist es, so normal wie möglich weiterzumachen, auch wenn das anfangs langsamer geht.
Was in den ersten Tagen hilft:
- Kurze Spaziergänge, lieber mehrmals am Tag als einmal lang
- Wärme, etwa eine Wärmflasche oder ein warmes Bad, wenn es guttut
- Positionen wechseln, statt lange in einer Haltung zu bleiben
- Arbeiten gehen, wenn es irgendwie möglich ist
Ein Röntgenbild oder MRT ist in den ersten Wochen meist nicht nötig. Bilder zeigen oft Veränderungen, die mit dem Schmerz nichts zu tun haben und eher verunsichern.
- Taubheit im Gesäß, an den Innenseiten der Oberschenkel oder im Genitalbereich
- Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang, die neu aufgetreten sind
- Zunehmende Lähmung, zum Beispiel ein Fuß, der nicht mehr gehoben werden kann
- Rückenschmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte
Was Physiotherapie beitragen kann
Bei akuten Schmerzen geht es zunächst darum, Bewegung wieder möglich zu machen. Manuelle Therapie oder Weichteilbehandlung können kurzfristig Erleichterung verschaffen. Der eigentliche Hebel ist aber das, was Sie selbst tun: Bewegung, die Sie sich wieder zutrauen, und Übungen, die den Rücken belastbarer machen.
Wir erklären Ihnen deshalb genau, was im Rücken los ist, und zeigen Ihnen ein paar Übungen, die in Ihren Alltag passen. Ziel ist, dass Sie uns möglichst bald nicht mehr brauchen.
Und die richtige Haltung?
Die eine richtige Sitzhaltung gibt es nicht. Studien finden keinen klaren Zusammenhang zwischen einer bestimmten Haltung und Rückenschmerzen. Problematisch ist eher, stundenlang in irgendeiner Position zu verharren. Aufstehen, sich strecken, das Telefonat im Gehen führen: Das bringt mehr als ein neuer Bürostuhl.
Wann zur Physiotherapie?
Wenn die Schmerzen nach ein bis zwei Wochen nicht besser werden, immer wiederkommen oder Sie sich nicht trauen, sich normal zu bewegen. Auch nach einem überstandenen Hexenschuss kann ein Termin sinnvoll sein, um dem nächsten vorzubeugen.
Rücken macht Probleme?
Beim ersten Termin nehmen wir uns eine Stunde Zeit für Befund und Behandlung.
oder anrufen: 01575 4006252