Morgens ein schmerzender Kiefer, tagsüber Kopfschmerzen, abends ein verspannter Nacken. Dass diese Beschwerden zusammengehören können, wissen viele nicht. Hinter der Kombination steckt manchmal eine craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD.
Was CMD bedeutet
Der Begriff fasst Funktionsstörungen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur zusammen. Das Kiefergelenk ist eines der am häufigsten benutzten Gelenke im Körper. Es arbeitet beim Sprechen, Kauen, Schlucken und Gähnen, und die Kaumuskeln gehören, bezogen auf ihre Größe, zu den kräftigsten Muskeln überhaupt.
Typische Anzeichen sind:
- Schmerzen im Kiefer oder vor dem Ohr, vor allem beim Kauen
- Knacken oder Reiben im Gelenk
- Eingeschränkte Mundöffnung
- Kopfschmerzen, häufig an den Schläfen
- Verspannungen im Nacken und in den Schultern
Ein Knacken allein ist übrigens meist harmlos. Behandlungsbedürftig wird es, wenn Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen dazukommen.
Woher die Beschwerden kommen
Eine einzelne Ursache gibt es selten. Häufig spielt Pressen oder Knirschen mit den Zähnen eine Rolle, nachts oder unbemerkt tagsüber vor dem Bildschirm. Stress verstärkt das bei vielen. Auch Verletzungen, Zahnbehandlungen mit lange geöffnetem Mund oder Veränderungen im Biss können beteiligt sein.
Der Zusammenhang mit dem Nacken ist eng. Kaumuskulatur und Nackenmuskeln arbeiten zusammen, wenn der Kopf gehalten und der Kiefer bewegt wird. Ist das eine gereizt, reagiert das andere oft mit.
Zahnarzt und Physiotherapie im Team
Die Diagnose stellt in der Regel die Zahnärztin oder der Zahnarzt. Häufig gibt es dann eine Aufbissschiene für die Nacht, die die Zähne vor dem Knirschen schützt und die Muskulatur entlastet. Die Physiotherapie setzt an den Muskeln und Gelenken an. Studien zeigen, dass manuelle Therapie zusammen mit gezielten Übungen Schmerzen lindern und die Mundöffnung verbessern kann.
In der CMD-Behandlung arbeiten wir an der Kaumuskulatur, am Kiefergelenk selbst und an Nacken und Brustwirbelsäule. Außerdem lernen Sie Übungen und Griffe, mit denen Sie sich zwischen den Terminen selbst helfen können.
Was Sie selbst tun können
- Kiefer in Ruhe lassen: Lippen geschlossen, Zähne leicht auseinander, die Zunge liegt locker am Gaumen. Prüfen Sie diese Position ein paar Mal am Tag.
- Pressen bemerken: Ein kleiner Aufkleber am Bildschirm erinnert daran, die Zähne zu lösen.
- Kaugummi weglassen und sehr harte oder zähe Speisen für eine Weile meiden.
- Wärme auf die Wangen und Schläfen tut vielen gut.
Wenn sich der Mund plötzlich nicht mehr öffnen oder schließen lässt, der Biss sich über Nacht verändert hat, das Gesicht geschwollen ist oder Fieber dazukommt.
Kiefer, Kopf und Nacken?
Wir behandeln CMD in Abstimmung mit Ihrer Zahnarztpraxis. Eine Verordnung ist dafür nicht zwingend nötig.
oder anrufen: 01575 4006252